Dozent im TZ Glehn

NGZ: Arbeitslose texten für Kreis-Aktion "Kultohr"

Der Grevenbroicher Journalist Friedhelm Ruf führte das Projekt "Sprechende Bänke" am Technologiezentrum Glehn wie eine Redaktion. NGZ-Foto: Lothar Berns

Von Ludger Baten
Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Die Gruppe wirkt hin- und hergerissen. Das Ende des Projektes "Sprechende Bänke" im Technologiezentrum Glehn (TZG) ist gekommen. Offenbar ist es schön und schade zugleich. Schön ist es, dass sie als Langzeitarbeitslose ohne Vorkenntnisse so gute Texte verfasst haben, dass jetzt Profis diese Zeilen für den Handy-Kulturführer "Kult(o)hr" des Rhein-Kreises sprechen. Am Ende eines viermonatigen Projektes steht ein konkretes Erfolgserlebnis. "Das ist einfach toll", sagt Sylvia König, "und wir haben eine sinnvolle Arbeit erbracht, die uns zugleich weiter qualifiziert hat." Das stärkt ihr Selbstvertrauen.
Schade ist es, dass die Zeit des Textens nun vorbei und keine direkte Anschlussarbeit in Sicht ist. Trost kommt von TZG-Geschäftsführer Norbert Kothen. Der verweist nicht nur auf die hohe Vermittlungsquote seines Hauses, sondern auch auf die guten Nebeneffekte des innovativen Projektes: "Alle Teilnehmer haben durchgehalten – fünf Tage in der Woche, acht Stunden am Tag." Das sei ein starkes Argument ebenso wie die bescheinigte Teilnahme am Projekt in Glehn: "Das TZG ist eine erstklassige Referenz."
Kothen freut sich über den Erfolg des neuen Angebotes. Das sei in erster Linie ein Verdienst des Referenten: Friedhelm Ruf (56). Der gelernte Redakteur aus Grevenbroich, hatte die Teilnehmer mit den Grundregeln des Journalismus von der Recherche bis zum Verfassen der Texte vertraut gemacht. Auch er ist stolz: "Die Texte sind gut. Davon kann sich bald jeder überzeugen, der auf einer Bank mit einer Telefonnummer im Rhein-Kreis Platz nimmt und dann die Kultohr-Informationen abruft." So werde aus einer Bank eine "Sprechende Bank".
Friedhelm Ruf baute in das Projekt viele Exkursionen ein. Stadtführungen in Neuss und Grevenbroich, die Gruppe besuchte das Kreismuseum in Zons und erkundete den Tagebau. Für die Teilnehmer dankten Torsten Jüngels und Frank Meyer: "Das hat großen Spaß gemacht." Fortsetzung folgt. (aus der NGZ vom 5. Januar 2012)